Nach einer langen Vorbereitungszeit beginnt am kommenden Samstag endlich wieder die Meisterschaft, zum Auftakt kommt der Nachbar Mettmann Sport 2 in unsere Halle am Breitscheider Weg. Ist die Vorbereitung denn so gelaufen, wie Du Dir das vorgestellt hast? Was war gut, was war weniger gut?
Grundsätzlich können wir mit der Vorbereitung zufrieden sein. Wir haben eine lange und intensive Zeit hinter uns und konnten dabei viele gute Dinge sehen. Ein besonderes Highlight war sicherlich unser Trainingslager in Münster, in dem wir als Mannschaft noch einmal sehr fokussiert arbeiten konnten.
Mit einigen neuen Spielern mussten wir uns natürlich auch erst einmal finden und einspielen. Gleichzeitig wollten wir unser Spielsystem ein Stück weit an die neuen Spielertypen und deren Stärken anpassen. Das ist ein Prozess, der sicher noch nicht abgeschlossen ist, aber wir haben hier gute Fortschritte gemacht.
Eine kleine Herausforderung war sicherlich, dass wir durch die Urlaubszeit nicht immer mit dem kompletten Kader trainieren konnten. Dank unserer breiten Mannschaft konnten wir aber trotzdem sehr gut und intensiv arbeiten. Auch die Testspiele haben uns dabei geholfen, verschiedene Dinge auszuprobieren und wichtige Erkenntnisse zu sammeln.
Insgesamt haben wir viel Gutes gesehen und können einiges Positives aus der Vorbereitung mitnehmen. Jetzt gilt es, diesen Schwung mitzunehmen und am Samstag im ersten Meisterschaftsspiel direkt auf die Platte zu bringen.
Wie haben sich denn die neuen Spieler so gemacht? Vielleicht kannst Du ja zu jedem „Neuling“ etwas sagen.
Mit den Neuzugängen bin ich insgesamt sehr zufrieden. Alle haben sich gut in die Mannschaft integriert und bringen unterschiedliche Qualitäten mit, die uns als Team weiterhelfen werden.
Maik Ditzhaus ist mit seinen 27 Jahren ein echter Lintorfer und war zuletzt in Dümpten in der Oberliga aktiv. Er bringt viel Erfahrung und Qualität mit und ist dazu sehr variabel einsetzbar. Gerade defensiv kann er auf allen Positionen eine wichtige Rolle spielen und verfügt dort über richtig gute Fähigkeiten. Nach der Beförderung von Matze in die Erste wird Maik sicherlich eine sehr wichtige Rolle bei uns einnehmen. Ich freue mich sehr, dass er bei uns ist. Mit Maik habe ich sogar selbst noch auf der Platte gestanden und freue mich sehr, dass wir nun in dieser Konstellation vereint sind.
Valentin Hartmann kommt von interaktiv und bringt eine richtig gute technische Ausbildung mit. Er kann im Rückraum alle Positionen spielen und hat auch schon Anschluss an den Kader der Ersten bekommen. Valentin ist mit seinen 18 Jahren noch sehr jung, hat sich aber körperlich richtig gut weiterentwickelt. Er ist ein feiner Kerl mit viel Potenzial, und ich glaube, dass wir mit seiner Art noch viel Spaß haben werden.
Jonny Petersen ist ebenfalls 18 Jahre alt, kommt von interaktiv und ist Linkshänder. Bei ihm geht es vor allem darum, ihn Stück für Stück an den Herrenbereich heranzuführen. Durch unser intensives Training wollen wir ihn kontinuierlich aufbauen und ihm die Zeit geben, die er braucht. Er bringt gute Voraussetzungen mit und soll sich bei uns in Ruhe weiterentwickeln.
Lennart Eckel ist eigentlich kein wirklicher Neuzugang, sondern kommt aus unserer eigenen Jugend und spielt zusätzlich noch A-Jugend. Er gewöhnt sich immer mehr an den Herrenbereich und wird unser Spiel mit seiner Raffinesse sicherlich noch beleben. Mit seinen 17 Jahren bringt er natürlich noch ein bisschen „Babyspeck“ mit, aber auch jede Menge Talent und Spielfreude. Es macht Spaß zu sehen, wie er sich entwickelt.
Jonas Hündgen ist von Adler Königshof zu uns gekommen und wohnt in Ratingen. Er war vom ersten Tag an sofort Teil der Mannschaft und hat sich sehr schnell integriert. Mit seiner Erfahrung und vor allem seiner Wurfqualität hätte er uns sportlich sicherlich sehr geholfen. Leider hat er sich kurz vor Saisonbeginn schwerwiegend verletzt. Das ist für ihn persönlich natürlich ganz bitter, aber auch für uns als Mannschaft ein herber Rückschlag. Gerade in den Testspielen hat man schon gesehen, welche Qualität er mitbringt. Auf der Platte müssen wir jetzt leider erstmal auf ihn verzichten, aber neben der Platte ist er bereits voll integriert und ein Teil der Mannschaft.
Und dann ist da noch Sebastian Götze, der eigentlich kein Unbekannter ist. Nach einer Auszeit steigt er wieder voll bei uns ein. Sebastian bringt nicht nur sportliche Qualität, sondern vor allem auch einen tollen Charakter mit und wird der Mannschaft dadurch wichtige Impulse geben. Zusammen mit Uta und Tim wird er ein starkes Torwart-Trio bilden. Gerade mit Blick auf die lange Saison wird Sebastian sicherlich noch ein wichtiger Faktor für uns werden.
Steht Dir am Samstag der volle Kader zur Verfügung oder fällt jemand aus?
Wir haben leider weiterhin einige Verletzte. Julian Reich und Til Franken befinden sich nach ihren langwierigen Verletzungen noch in der Reha und werden uns noch einige Zeit fehlen. Dazu kommt Jonas Hündgen, der sich leider schwer am Knie verletzt hat und voraussichtlich ebenfalls länger ausfallen wird. Das ist natürlich bitter – in erster Linie für die Jungs selbst, aber natürlich auch für uns als Mannschaft.
Trotzdem bin ich sehr optimistisch, weil wir einen richtig starken und vor allem breiten Kader haben. Und genau da sehe ich eine unserer großen Stärken: Wir sind nicht von einzelnen Spielern abhängig. Wenn jemand ausfällt, übernimmt ein anderer Verantwortung. Jeder im Kader hat seine Rolle und kann der Mannschaft helfen.
Das hat sich auch in der Vorbereitung gezeigt. Wir haben sehr intensiv trainiert und trotz verschiedener Konstellationen immer eine hohe Qualität auf die Platte bekommen. Die Jungs verstehen, dass es nicht darum geht, wer am Ende die meisten Minuten spielt oder im Mittelpunkt steht, sondern darum, was wir gemeinsam als Mannschaft erreichen können.
Ich habe das Gefühl, dass wir hier als Team sehr gut zusammengewachsen sind. Die neuen Spieler sind schnell integriert worden. Genau diese Geschlossenheit und dieser Zusammenhalt werden uns über die lange Saison tragen.
Wir haben Qualität, wir haben Breite und vor allem haben wir eine Truppe, die füreinander da ist und gemeinsam etwas erreichen möchte. Von daher gehen wir mit großem Optimismus in das Samstagsspiel und freuen uns riesig, dass es endlich wieder um Punkte geht.
In Eurer Gruppe gibt es mit der HSG Gerresheim, MTG Horst Essen, DJK VfR Mülheim Saarn, Unitas Haan 3 sowie HC Essen-West gleich fünf neue Teams, der Rest der Liga ist bestens bekannt. Wie sieht denn Euer Ziel für die neue Saison aus? Welche Teams gehören zu den Favoriten der Verbandsliga Gruppe 2?
Die Liga ist in diesem Jahr schwer einzuschätzen. Mit fünf neuen Mannschaften haben wir einige Gegner dabei, gegen die wir noch nicht so viele Erfahrungswerte haben. Dazu kommt, dass sich die Mannschaften über den Sommer immer wieder neu strukturieren. Deshalb wird man wahrscheinlich erst nach den ersten Spieltagen ein besseres Gefühl dafür bekommen, wo die einzelnen Teams tatsächlich stehen.
Mit den beiden Absteigern aus der Oberliga kommen sicherlich zwei Mannschaften dazu, die ein gewisses Niveau mitbringen. Mülheim-Saarn sehe ich auf jeden Fall als einen der Favoriten. Und mit Mettmann haben wir direkt zum Auftakt ein echtes Kaliber vor der Brust. Ich traue ihnen ebenfalls zu, dass sie über die Saison hinweg oben mitspielen werden.
Aber wenn du mich nach unserer eigenen Zielsetzung fragst, dann wollen wir natürlich auch wieder angreifen. Nach dem zweiten Platz im vergangenen Jahr wäre es ja auch etwas komisch, wenn wir jetzt plötzlich tief stapeln würden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass uns auch einige Trainerkollegen zum erweiterten Favoritenkreis zählen werden.
Wir wollen und können grundsätzlich jedes Spiel gewinnen – und genau mit dieser Einstellung gehen wir auch in die Saison. Ob wir das dann über die gesamte Saison hinweg konstant auf die Platte bekommen, wird sich zeigen. Dafür müssen viele Dinge zusammenpassen.
Unser Anspruch ist aber definitiv, oben mitzuspielen. Wir haben die Qualität, die Breite und vor allem den Teamgeist dafür. Gleichzeitig wissen wir, dass uns niemand etwas schenken wird und dass wir uns in dieser Liga keinen Ausrutscher liefern dürfen.
Deshalb schauen wir gar nicht so sehr auf irgendwelche Prognosen oder Tabellenplätze. Wir wollen von Spiel zu Spiel unsere Leistung bringen, füreinander kämpfen und sehen, was am Ende dabei herauskommt. Wenn wir unseren Handball durchziehen und als Mannschaft geschlossen bleiben, bin ich überzeugt, dass wir eine richtig gute Rolle in dieser Liga spielen können.
Am Samstag kommt mit der Zweitvertretung von Mettmann Sport ein alter Bekannter in unsere Lintorfer Halle. Wie schätzt Du die Chancen ein? Letzte Saison gab es einen deutlichen Auswärtssieg in Mettmann, im Rückspiel dagegen eine empfindliche Niederlage zu Hause.
Mit Mettmann erwartet uns direkt zum Auftakt ein richtig harter Brocken. Sie haben einige erfahrene Spieler in ihren Reihen, die teilweise schon höherklassig gespielt haben. Dazu kommt, dass wir aus der vergangenen Saison beide Seiten kennen: den deutlichen Sieg in Mettmann, aber eben auch die empfindliche Niederlage bei uns zu Hause. Das zeigt schon, dass an diesem Tag vieles möglich ist.
Wir freuen uns auf das Spiel und auf einen Gegner, der uns sicherlich alles abverlangen wird. Gleichzeitig bin ich sehr selbstbewusst, was unsere Mannschaft angeht. Wenn wir unsere Leistung auf die Platte bringen, müssen die Mettmänner uns erstmal schlagen.
Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet, sind als Mannschaft zusammengewachsen und haben richtig Lust, dass es jetzt endlich um Punkte geht. Wer gegen uns gewinnen will, muss erstmal liefern. Wir werden sehen, ob die Mettmänner dazu am Samstag in der Lage sind.
Klar ist aber auch: Wir müssen von der ersten Minute an voll da sein. Gegen eine erfahrene Mannschaft wie Mettmann werden wir uns keine längeren Schwächephasen erlauben können. Wenn wir unseren Handball spielen, füreinander kämpfen und unsere Stärken auf die Platte bekommen, bin ich überzeugt, dass wir sehr gute Chancen haben, mit einem Erfolg in die Saison zu starten.
Wir wünschen Euch für Samstag alles Gute und viel Erfolg!

